Frauen*kampf ist Klassenkampf! Kundgebung vor dem Büro der Kommunalen Arbeitgeber*innen

Am 15. September fanden sich ca. 50 Personen zu einer Kundgebung vor dem Büro des Verbandes der Kommunalen Arbeitgeber*innen ein.

 

Der Zusammenschluss ist der Verhandlungsgegner in den aktuellen Tarifverhandlungen des öffentlichen Dienstes. Das heißt sie streiten im Moment mit den Gewerkschaften um unsere Arbeitsbedingungen und Löhne. Genau diese Arbeitgeber*innen sind in die Verhandlungen eingestiegen mit der Ankündigung einer Nullrunde mit 3-4 Jahren Laufzeit. Die Argumentation: die Kassen sind leer wegen Corona und die Menschen im öffentlichen Dienst sollten froh sein, dass es keine Entlassungen gibt!

Dabei sind ein Großteil der Berufe im öffentlichen Dienst reproduktive Tätigkeiten, ohne die die Gesellschaft gar nicht funktionieren könnte. Die gerade während Corona eher mehr als weniger gearbeitet haben. Gerade zur Pandemie-Hochphase wurde klar was für schlechte Arbeitsbedingungen in diesen Bereichen herrschen. Niedrige Löhne, Personalmangel, Schichtdienst und ständige Dienstplanänderungen. Dies betrifft vor allem zum Großteil viele Frauen*, die in den Berufen der Erzieher*innen, der Pfleger*innen, der Hauswirtschafter*innen, der Reinigungskräfte usw. gesellschaftlich notwendige Arbeit leisten, ohne die hier gar nichts läuft.

Deshalb zeigten wir uns heute solidarisch mit den Kolleg*innen und blockierten mit unserer Kundgebung symbolisch den Haupteingang des VKA-Büros. Musik und Parolen trugen zu einer kämpferischen Stimmung bei. Frauen* aus feministischen Gruppen und Gewerkschaften berichteten über den aktuellen Tarifkampf, die Situation von Frauen* in den reproduktiven Berufen und wofür wir gemeinsam kämpfen müssen. Reden wurden gehört vom Offenen Frauen*treffen München, dem Frauen*sreik München, der GEW Fachgruppe für Sozialpädagogische Berufe, Zukunft erkämpfen und eine Heilerziehungspflegerin berichtete aus ihrem Arbeitsleben.

Die Kundgebung heute war eine erste gemeinsame Aktion im Kampf um bessere Arbeitsbedingungen und für die Aufwertung von bezahlter Reproduktionsarbeit, die hauptsächlich von Frauen* geleistet wird. Daran wollen wir anknüpfen. Als Frauen* kämpfen wir für eine Gesellschaft, in der unsere Arbeit angemessen wertgeschätzt wird. Wir kämpfen dafür, dass Reproduktionsarbeit zur gesellschaftlichen Aufgabe wird, denn nicht nur in den Care-Berufen, sondern auch in der unbezahlten Hausarbeit sind es vor allem Frauen*, die den Laden am laufen halten. Organisieren wir uns, denn nur gemeinsam können wir diese Verhältnisse überwinden und eine Gesellschaft jenseits kapitalistischer und patriarchaler Unterdrückung anstreben!

 

Kundgebung vor dem kommunalen Arbeitgeberverband „Diese Tarifrunde ist Frauen*kampf“

Seit dem 1. September laufen die Tarifkämpfe im öffentlichen Dienst. Es geht um mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen. Die Arbeitgeber*innen haben eine 0-Runde angekündigt, das heißt maximal Inflationsausgleich für die Beschäftigten. Das dürfen sich die Beschäftigten nicht gefallen lassen und es wird daher zu Arbeitskämpfen und Streiks kommen!

Der Kampf um höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen betrifft viele gesellschaftlich notwendige Bereiche, wie die Pflege-Berufe, der Soziale- und Erziehungsdienst und der öffentliche Nahverkehr. 75% der Beschäftigten sind Frauen*. Was wir alles leisten, muss endlich anerkannt und honoriert werden!

Es ist Zeit den kommunalen Arbeitgeber*innen zu zeigen, dass für uns Solidarität nicht beim Klatschen stehen bleibt, sondern wirkliche Verbesserungen her müssen!

Kommt zur Kundgebung am Dienstag, 15. September / 17 Uhr / Hermann-Lingg-Straße 3

Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst:

Frauen*berufe sind Systemrelevant

Die Covid19-Krise hat sehr deutlich gezeigt, dass gewisse Berufe gesellschaftlich zwingend notwendig sind. Dazu zählen die Care-Berufe (Pflege/Kinderbetreuung/Soziale Arbeit), Müllabfuhr, öffentlicher Verkehr, Einzelhandel etc. Weltweit wurde für ihre Leistung geklatscht und Solidarität bekundet. Uns allen ist in dieser Krise klar geworden wie sehr wir diese Berufe brauchen. 75% der systemrelevanten Berufe werden von Frauen* ausgeführt. Sie haben in der Corona-Krise alles zusammen gehalten und viel Mehrarbeit geleistet. Diese Berufsgruppen werden im Schnitt schlecht bezahlt und haben oft mit schlechten Arbeitsbedingungen zu kämpfen. Viele von ihnen sind im Tarif öffentlicher Dienst (TVÖD), der ab September zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeber*innen neu verhandelt wird.

Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst

In den Tarifverhandlungen werden Lohn und Arbeitsbedingungen der öffentlichen Beschäftigten ausgehandelt. Die Gewerkschaften (als Vertretung der Arbeitnehmer*innen) versuchten die Verhandlungen, auf Grund der Corona-Krise ins Frühjahr 2021 zu verschieben, darauf wollten sich die Arbeitgeber*innen nicht einlassen. Im Bereich des TVÖD sind die Arbeitgeber*innen die Kommunen, also die von uns gewählte und von Steuergeldern finanzierte politische Vertretung. Nun starten die Verhandlungen am 01.09.2020. Obwohl diese Berufsgruppen noch vor einigen Wochen überall als systemrelevant gepriesen und ihre Leistungen vielerorts beklatscht wurden, haben die Arbeitgeber*innen verlauten lassen, dass sie sich eine Null-Runde, max. Inflationsausgleich vorstellen (das heißt keine Lohnerhöhung in der Vertragslaufzeit von 3-4 Jahren)! Das dürfen sich die Beschäftigten nicht gefallen lassen und es wird daher zu Arbeitskämpfen und Streiks kommen! Von symbolischen Gesten wie Klatschen kann niemand seine Miete zahlen! Wir als Gesellschaft sind angewiesen auf diese Berufe, unterstützen wir sie daher in ihren Forderungen und in ihrem Arbeitskampf!

Diese Tarifrunde ist Frauen*kampf

Dieser Kampf um höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen betrifft viele ‚systemrelevante Bereiche‘ und daher vor allem uns Frauen*, denn wir stellen die Mehrheit in der Pflege, Kindererziehung und im Sozial- und Erziehungsdienst. Obwohl wir 75% der Arbeit in gesellschaftlich notwendigen Berufen leisten, werden wir immer noch unterdurchschnittlich bezahlt und zusätzlich durch den Personalmangel überbelastet. Ganz zu schweigen von den 80% der Hausarbeit, Kindererziehung und der familiären Pflegearbeit, die unentgeltlich von uns Frauen* geleistet wird. Das hat besonders während Corona nochmal zugenommen. Was wir alles leisten, muss endlich anerkannt und honoriert werden! Die Tarifverhandlungen sind daher Teil des Frauen*kampfes. Aber nicht nur Frauen*kampf der weiblichen Beschäftigten, sondern auch Frauen*kampf aller Frauen*, denn jede Einschränkung oder Kürzung in der öffentlichen Versorgung wird auf die Schultern der Frauen* abgewälzt! Die unbezahlte Reproduktionsarbeit (Haushalt, Erziehung, Pflege, etc.) steigt!

Kämpfen wir also gemeinsam Schwestern*! Für bessere Bezahlung von Frauen*berufen, für die Vergesellschaftung von Reproduktionsarbeit, für Solidarität statt Ausbeutung und konkret für einen guten Tarifabschluss!

Solidarität muss praktisch werden!

Corona hat gezeigt, dass Gesellschaft nur mit Solidarität funktioniert. Es ist sehr deutlich geworden, wie sehr wir auf gewisse Berufsgruppen angewiesen sind. Es ist Zeit den kommunalen Arbeitgeber*innen zu zeigen, dass für uns Solidarität nicht beim Klatschen stehen bleiben darf, sondern wirkliche Verbesserungen her müssen! Und das wir als Gesellschaft nicht zuschauen, dass Millionen Steuergelder in Unternehmen gepumpt werden, die dann trotzdem Gewinnausschüttungen an Aktionär*innen zahlen (wie etwa BMW) und gleichzeitig schlecht bezahlte, systemrelevante Frauen*berufe die nächsten vier Jahre ohne Gehaltserhöhung auskommen sollen! Zeigen wir uns solidarisch, kämpfen wir gemeinsam für eine gerechtere Welt!

P.S.: Liebe Eltern, Patient*innen, Angehörige, lasst den Frust nach Oben los! Unterstützt eure Erzieher*innen und Pfleger*innen im Arbeitskampf. Sie verdienen Anerkennung, Wertschätzung, gute Arbeitsbedingungen und mehr Gehalt! Seid wütend auf die Richtigen: die Arbeitgeber*innen!

Aufruf zum Aktionstag „Nicht auf unserem Rücken!“

https://zukunfterkaempfen.noblogs.org/files/2020/06/Bundesweit-Aktionstag-muc2.png

Am 18. Juli wird bundesweit protestiert: Das Bündnis „Nicht auf unserem Rücken“ ruft zu Protesten gegen die Herrschenden auf! In München wird es eine Demonstration mit Start 13 Uhr am Georg-Freundorfer-Platz geben.

Auch wir als klassenkämpferische Frauen* werden uns beteiligen. Warum wir das für notwendig halten, lest unseren Aufruf:

 

„In der Krise halten Frauen alles zusammen!“

Diese oder ähnliche Schlagzeilen konnten wir in den Wochen des Lockdowns immer wieder lesen. Wir sagen: Nicht nur in der Krise halten wir den Laden am laufen. Denn auch unter „normalen“ Umständen ist die Last, die auf uns Frauen* liegt besonders schwer. Deshalb wollen wir nicht zurück in den Zustand vor Corona, in dem angeblich alles normal war. Denn diese Verhältnisse bedeuten kapitalistische Ausbeutung und patriarchale Unterdrückung. Dem setzten wir auch weiterhin Widerstand entgegen! Wir rufen alle Frauen* dazu auf sich an den Protesten gegen die Abwälzung der Krisenlast auf die Lohnabhängigen zu beteiligen. Die Reichen sollen diese Krise bezahlen! Und noch mehr: wir wollen eine Überwindung der unterdrückerischen und ausbeuterischen Verhältnisse. Wir kämpfen für eine solidarische Gesellschaft, die sich an unseren Bedürfnissen orientiert.

Was bleibt nach dem Geklatsche?

Die Arbeit in den gesellschaftlich relevanten Berufen, wird zu 75% von uns Frauen geleistet. Dafür, dass sie die Gesellschaft tragen, herrschen dort unverhältnismäßig prekäre Arbeitsbedingungen. In der Pflege, der Reinigung und dem Einzelhandel sind hohe Belastung und Personalmangel Alltag, bei gleichzeitig niedriger Bezahlung. Einige dieser Berufe erfuhren in der Krise große Beachtung, auf den Balkonen wurde applaudiert. Man hätte meinen können, dass sich nun etwas tut. Sich die Bedingungen verbessern. Doch weit gefehlt: von den versprochenen Prämien ist nichts geblieben, Arbeitgeberverbände kündigen Null-Runden-Tarifverhandlungen an und es wird Personal gespart wo es nur geht. Bei Karstadt/Kaufhof werden tausende Kolleg*innen ihre Jobs verlieren, damit Chef René Benko sich weiter bereichern kann. 

Und auch neben der Arbeit halten wir den Laden am laufen!

Parallel dazu werden 80% der Hausarbeit, Kindererziehung und familiärer Pflegearbeit von Frauen* geleistet. Während Corona erlebten wir eine Zuspitzung dieser Mehrfachbelastung, da es hauptsächlich Frauen* waren, die das Wegfallen der (öffentlichen) Kinderbetreuung abfederten. Die Krise ließ die scheinbaren Errungenschaften der Frauen*, schlagartig in die Geschlechterverhältnisse der 50er Jahre zurück fallen. Schufteten sie im Schichtdienst, mussten sie nebenher mit der Betreuung und dem Haushalt jonglieren. Im Home Office hieß es Kind und Video-Konferenz zeitgleich unter einen Hut zu bekommen. Es waren überwiegend die Frauen*, die die Auswirkungen abfederten. Wer Glück hatte traf auf tolerante Chefs. Weniger Glück hatten die, die mit Lohneinbußen, gar Jobverlust, zu rechnen hatten. 

System der Gewalt….

Weniger Lohn und Entlassung bedeutet für viele Frauen* in die wirtschaftliche Abhängigkeit zu ihren Partnern und Familien gedrängt zu werden. Für nicht wenige heißt das tagtäglich physischer, psychischer und sexualisierter Gewalt ausgesetzt zu sein. Jede vierte Frau* ist einmal in ihrem Leben betroffen von Gewalt innerhalb ihres familiären Umfelds. Jeden Tag versucht ein Mann in Deutschland seine Partnerin oder oder Ex-Partnerin zu ermorden, jeden dritten Tag gelingt dies. Die existenzielle Abhängigkeit hindert Frauen* daran ihre gewalttätigen Partner zu verlassen. Schutzräume für betroffene Frauen* gibt es viel zu wenige. Die wenigen Frauen*häuser, die es gibt sind konstant überlastet und werden viel zu wenig gefördert. 

…stürzten wir es!

Diese unterdrückerischen und gewalttätigen Verhältnisse in denen Frauen* leben sind nicht zufällig oder naturgegeben. Sie sind Teil eines Systems, das auf Profitlogik und damit der Verwertung des Menschen beruht. In diesem System ist der Stellenwert der Frau weit hinter dem Interesse des wirtschaftlichen Gewinns. Der Kapitalismus profitiert von der doppelten Ausbeutung von Frauen*. Niedrige Löhne in den sogenannten Frauen*berufen und unbezahlte Sorge- und Hausarbeit nähren die kapitalistischen Verhältnisse. 

Die systematische Unterdrückung der Frau* ist kein Zustand in dem wir leben müssen. Wir wollen eine Gesellschaft in der Frauen* selbstbestimmt und sicher leben können. Wir wollen die grundlegende Umwälzung der Verhältnisse, hin zu einer Gesellschaftsordnung, in der nicht ganze Teile der Bevölkerung ausgebeutet werden. Eine solidarische Gesellschaft, die nach unseren Bedürfnissen und nicht nach den Interessen einiger weniger orientiert ist. Dafür lohnt es sich zu kämpfen. 

Kämpfen wir gemeinsam gegen die Frauen*unterdrückung und den Kapitalismus!

Femizide stoppen! – Kundgebung in München

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Vergangenen Freitag haben sich Frauen* zu einer Kundgebung zum Thema „Es heißt Femizid! Stoppt Gewalt an Frauen*“ zusammen geschlossen.

Es muss endlich über Femizide gesprochen werden, denn es ist kein „Beziehungsdrama“ wenn ein Mann eine Frau tötet, weil sie nicht das erfüllt hat was der männliche Täter von ihr erwartet.

Fast täglich versucht ein Mann eine Frau* zu töten. Jeden dritten Tag gelingt dies leider. Die Tötungsdelikte werden nicht klar analysiert und bearbeitet, in den Datenbanken zu Tötungsdelikten fehlen die Informationen von Frauenhäusern und Beratungsstellen. Außerdem fehlt auch die Verknüpfung zu bereits auffällig gewordenen Menschen.

80% der Gewalttaten gegen Frauen werden nicht gehört oder gesehen. Gewalt gegen Frauen* findet in dieser Gesellschaft systematisch statt.

Frauen* werden ermordet weil sie Frauen* sind. Wir sollten für eine Gesellschaft kämpfen, in der Frauen* frei und sicher leben können. „Das Patriachat macht uns krank! 3Stürzen wir es!“ hieß es z.B. auf einem Transparent der Frauen*bewegung am Rotkreuzplatz.

Auch trotz den aktuellen Vorrausssetzungen, durch die Pandemie war die Kundgebung a Rotkreuzplatz gut besucht und es fanden auch einige außenstehende Teilnehmer*innen den Raum sich auszutauschen, vielleicht eine Möglichkeit der weiteren Zusammenarbeit zu finden oder nur einen Anstoß um über das bisherige System nachzudenken.

Mahnwache am Freitag 12.06.: Femizide stoppen!

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Es heißt Femizid! Stoppt Gewalt gegen Frauen*!

Mahnwache – Freitag 12. Juni – 17:00 Uhr – Rotkreuzplatz

Jeden Tag versucht ein Mann eine Frau* zu töten, häufiger als jeden dritten Tag gelingt dies. Seit dem Jahreswechsel wurden 87 Frauen* ermordet.

Diese Morde werden leider all zu häufig in den Kontext von Familiendramen oder als Übergriffe von Tätern im psychischen Ausnahmezustand gestellt.

Wir sagen nein! Es heißt Femizid. Frauen* werden ermordet und angegriffen weil sie Frauen* sind.

Vielerorts schließen sich Frauen* zusammen um diese Gewalttaten und Morde nicht still hinzunehmen und sich gegen das patriarchale System aufzulehnen.

Als Teil der Frauen*bewegung führen wir auch unter den Bedingungen des
Corona-Ausnahmezustands unsere Kampagnen und Arbeiten fort. Gerade in der jetzigen Situation, der häuslichen Isolation, nimmt die Gewalt im persönlichen Umfeld sprunghaft zu. Eine aktuelle Studie berichtet von einem massiven Anstieg der Vergewaltigungen. 3,6% aller Frauen* wurden während des Lockdowns vergewaltigt.

Wir sagen: Schluss damit! Kämpfen wir für eine Gesellschaft, in der Frauen* frei und sicher leben können. Schließen wir uns zusammen und organisieren den Frauen*kampf. Nur wenn wir uns zusammenschließen und einen gemeinsamen Kampf organisieren können wir dieses patriarchale System stürzen. Denn das Patriarchat fällt nur mit der sozialen Revolution.

Nach einer ersten Mahnwache am 8. Mai laden wir euch nun zu einer weiteren Aktion ein. Wir veranstalten eine Mahnwache am Rotkreuzplatz mit Reden und Visualisierung der Opfer im öffentlichen Raum.

Erkämpfen wir uns die Welt – Frauen*spaziergang im Ostpark

1Frauen* in München machten sich den „Männertag“ zu ihrem Tag. Wir spazierten durch den Ostpark hinterließen auf unserem Weg wir ein Transparent, Schilder und Kreideparolen. Denn auch in der Corona-Krise müssen wir als Frauen* aktiv sein und unsere Themen in die Öffentlichkeit tragen. Dazu verteilten wir noch einige Flyer. Diesen dokumentieren wir hier.

 

„In der Krise halten Frauen* alles zusammen!“

Diese oder ähnliche Schlagzeilen konnten wir in den letzten Wochen immer wieder lesen. Wir sagen: Nicht nur in der Corona-Krise halten wir den Laden am laufen. Denn auch unter „normalen“ Umständen ist die Last, die auf uns Frauen* liegt besonders schwer.

Die Corona-Krise macht für uns verschärft spürbar, dass Frauen* in unserer Gesellschaft immer noch ausgebeutet und unterdrückt werden. Die Arbeit in den gesellschaftlich notwendigen Berufen wird zu 75% von uns Frauen* geleistet. Dafür werden wir immer noch unterdurchschnittlich bezahlt und sind zusätzlich durch den Personalmangel überlastet. Parallel dazu werden 80% der Hausarbeit, Kindererziehung und der familiären Pflegearbeit von uns Frauen* gemacht. Während Corona erleben wir eine Zuspitzung dieser Mehrfachbelastung. Neben der Ausbeutung durch die Lohnarbeit, bekommen viele Frauen* die Schwierigkeiten durch fehlende Kinderbetreuung zu spüren.

Selbst wenn wir im Home Office arbeiten können, müssen wir nebenher das Homeschooling unserer Kinder organisieren. Diese Aufgabe droht aber insbesondere diejenigen von uns besonders zu belasten, die zum Beispiel keinen akademischen Bildungshintergrund haben oder deren Muttersprache nicht Deutsch ist. Die Abwälzung der Reproduktionsarbeit auf uns Frauen* bekommen wir in der jetzigen Zeit besonders deutlich zu spüren. Kinderbetreuung und Schulbildung sollte zur gesellschaftlichen Aufgabe gemacht werden.

Durch die Isolation sind vor allem wir Frauen* und unsere Kinder vermehrt der Gefahr häuslicher Gewalt ausgesetzt. Die Ausgangssperren verhindern, dass wir uns der Gewalt entziehen können. Gleichzeitig sind Frauen*häuser in Deutschland ohnehin überlastet. Durch die Einschränkung des öffentlichen Lebens ist jetzt auch damit zu rechnen, dass ungewollte Schwangerschaften zunehmen werden. Eine Abtreibung ist in Deutschland nur in den ersten zwölf Woche und nur nach einer Pflichtberatung legal und dadurch erschwert. Jetzt, in der Krise, werden sie zu kaum mehr überwindbaren Hindernissen. Wiedereinmal wird deutlich, wie sehr frauenfeindliche und patriarchale Strukturen in unserem System verankert sind.

Nicht nur das Virus macht uns krank, es ist vor allem die Unterdrückung von uns Frauen*, die uns das Leben schwer macht. Probleme, durch die die Betroffenen oft eine Ausgrenzung erfahren und sich in der aktuellen Lage verstärkt alleine gelassen und hilflos fühlen.

Aber wir sind nicht alleine! Organisieren wir uns als Frauen*, um einen gemeinsamen Kampf gegen patriarchale Unterdrückung und kapitalistische Ausbeutung zu führen.

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Mahnwache nach Femiziden – Organisiert den Frauen*kampf

1Am Freitag Nachmittag fanden sich 20 Frauen* am münchner Stachus zusammen, um die alltägliche und systematische Gewalt gegen Frauen* sichtbar zu machen.

Am 1. Mai hat ein Mann in Hamburg seine Exfrau und ihre beiden Kinder lebensgefährlich verletzt. Nur einen Tag nach dem Mordversuch in Hamburg wurde eine Kurdin aus Rojava in Alsfeld bei
Gießen von ihrem Ehemann ermordet.

 

Die zwei gewalttätigen Übergriffe sind keine Einzellfälle. Seit dem Jahreswechsel wurden 71 Frauen* ermordet. Jeden Tag versucht ein Mann eine Frau* zu töten, häufiger als jeden dritten Tag gelingt dies.

Diese werden leider all zu häufig in den Kontext von Familiendramen oder als Übergriffe von Täter im psychischen Ausnahmezustand gestellt. Wir sagen nein! Es heißt Femizid. Frauen* werden ermordet weil sie Frauen* sind.

Um diese Morde nicht still hinzunehmen und uns gegen das patriarchale System aufzulehnen schlossen sich verschiedene Frauen*organisationen aus München zusammen.

Symbolisch für die getöteten Frauen* legten wir Schuhe, Kleidung und Steckbriefe nieder. Die Geschichten einiger Frauen* wurden verlesen. Ein Redebeitrag machte die zahlreichen Pasant*innen auf das Anliegen unserer Aktion aufmerksam. Da nach wie vor bei Kundgebungen keine Flyer verteilt werden dürfen stellten wir Schilder auf: „Kämpfen wir für eine Gesellschaft, in der Frauen* frei und sicher leben können – Das Patriarchat fällt nur mit der sozialen Revolution – Schließt euch zusammen, organisiert den Frauen*kampf“

Denn nur wenn wir uns zusammenschließen und einen gemeinsamen Kampf organisieren können wir dieses patriarchale System stürzen.

Als Teil der Frauen*bewegung führen wir auch unter den Bedingungen des Corona-Ausnahmezustands unsere Kampagnen und Arbeiten fort. Gerade in der jetzigen Situation, der häuslichen Isolation, nimmt die Gewalt im persönlichen Umfeld sprunghaft zu.

Bleiben wir gemeinsam aktiv und durchbrechen wir die Isolation.

Wir rufen weiterhin dazu auf sich an den Online-Aktionen zu beteiligen.

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Am vergangenen Freitag hat ein Mann in Hamburg seine Exfrau und ihre
beiden Kinder lebensgefährlich verletzt. Nur einen Tag nach dem
Mordversuch in Hamburg wurde eine Kurdin aus Rojava in Alsfeld bei
Gießen von ihrem Ehemann ermordet.

Als Frauen*organisationen verurteilen wir die Ermordungen und den
versuchten Mord aufs Schärfste. Dabei sprechen wir nicht von Beziehungs-
und Familiendramen sondern von patriarchaler Gewalt und Frauen*morden.

Als Teil der Frauen*bewegung führen wir auch unter den Bedingungen des
Corona-Ausnahmezustands unsere Kampagnen und Arbeiten fort. Gerade in
der jetzigen Situation, der häuslichen Isolation, nimmt die Gewalt im
persönlichen Umfeld sprunghaft zu.

Nach den Gewalttaten vom Wochenende wollen wir unsere Stimme erheben und
klar machen, dass es dieses System ist, dass Frauen* in Angst und
Unterdrückung leben lässt.

Wir wollen, dass Frauen* sich gegenseitig unterstützen und ihre
Selbstverteidigung stärken. Was uns aus der Gewalt und Unterdrückung
befreien kann, ist unser gemeinsamer Kampf gegen das patriarchale
System.

Deshalb rufen dazu auf sich an den Online-Aktionen und an Aktionen in der Stadt
zu beteiligen. Für mehr Infos dazu, schreibt uns eine Email.

Online-Aktion:

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Frauen*kampf heißt Klassenkampf – Für einen kämpferischen 1. Mai

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Der 1. Mai steht vor der Türe. Auch für uns Frauen*, als Teil der lohnabhängigen Klasse, ist der internationale Arbeiter*innentag von großer Bedeutung. Als Klasse kämpfen wir für eine solidarischere Gesellschaft. Warum wir das vor allem als Frauen tun sollten?

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Die Corona-Krise macht für uns verschärft spürbar, dass Frauen* in unserer Gesellschaft immer noch ausgebeutet und unterdrückt werden. Die Arbeit in den gesellschaftlich notwendigen Berufen wird zu 75% von uns Frauen* geleistet. Dafür werden wir immer noch unterdurchschnittlich bezahlt und sind zusätzlich durch den Personalmangel überlastet. Parallel dazu werden 80% der Hausarbeit, Kindererziehung und der familiären Pflegearbeit von uns Frauen* gemacht. Während Corona erleben wir eine Zuspitzung dieser Mehrfachbelastung. Neben der Ausbeutung durch die Lohnarbeit, haben viele Frauen* Probleme durch fehlende Kinderbetreuung.

 

Selbst wenn wir im Home Office arbeiten können, müssen wir nebenher das Homeschooling unserer Kinder organisieren. DiexDSC00208.cleanedse Aufgabe droht aber insbesondere diejenigen von uns besonders zu belasten, die zum Beispiel keinen akademischen Bildungshintergrund haben oder deren Muttersprache nicht Deutsch ist. Die Abwälzung der Reproduktionsarbeit auf uns Frauen* bekommen wir in der jetzigen Zeit besonders deutlich zu spüren. Kinderbetreuung und Schulbildung sollte zur gesellschaftlichen Aufgabe gemacht werden.

 

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Durch die Isolation sind vor allem wir Frauen* und unsere Kinder vermehrt der Gefahr häuslicher Gewalt ausgesetzt. Die Ausgangssperren verhindern, dass wir uns der Gewalt entziehen können. Gleichzeitig sind Frauen*häuser in Deutschland ohnehin überlastet. Durch die Einschränkung des öffentlichen Lebens ist jetzt auch damit zu rechnen, dass ungewollte Schwangerschaften zunehmen werden. Eine Abtreibung ist in Deutschland nur in den ersten zwölf Woche und nur nach einer Pflichtberatung legal und dadurch erschwert. Jetzt, in der Krise, werden sie zu kaum mehr überwindbaren Hindernissen. Wiedereinmal wird deutlich, wie sehr frauenfeindliche und patriarchale Strukturen in unserem System verankert sind.

Nicht nur das Virus macht uns krank, es ist vor allem die Unterdrückung von uns Frauen*, die zu psychischen und physischen Problemen führt. Probleme durch die die Betroffenen oft eine Ausgrenzung erfahren und sich in der aktuellen Lage verstärkt alleine gelassen und hilflos fühlen.

 

xDSC00207.cleanedAber wir sind nicht alleine! Organisieren wir uns als Frauen*, um einen kollektiven Kampf gegen patriarchale Unterdrückung und kapitalistische Ausbeutung zu führen. Lasst uns gemeinsam mit unserer Klasse für eine solidarische Welt kämpfen und am 1. Mai gemeinsam auf die Straße gehen.

Natürlich ist dieses Jahr alles anders. Nähere Infos zur Mobilisierung zum 1. Mai könnt ihr auf der Seite der Initiative für einen Revolutionären 1. Mai nach lesen:

www.revolutionaereoffensive.noblogs.org